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Ergänzung: Hottentotta h. hottentotta (parthenogenetisch)

 
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rebelroach

Skorpling



Anmeldedatum: 27.05.2008
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 27.05.2008, 21:53    Titel: Ergänzung: Hottentotta h. hottentotta (parthenogenetisch) Antworten mit Zitat

Hottentotta h. hottentotta (Fabricius, 1787)
http://www.zweipage.de/userdaten/16519152/bilder/hottentotta_hottentotta.jpg

Haltungsbeschreibung und Wissenswertes über die parthenogenetische Variante von Hottentotta hottentotta und deren Nachzuchten

Gesamtkörperlänge: 6 bis maximal 8 cm Gesamtkörperlänge (incl. Metasoma). Im Terrarium gehaltene Tiere erreichen selten mehr als 7 cm.

Verbreitungsgebiet: Afrika:

Benin, Burkina Faso, Kamerun, Kongo, Ägypten (Süden), Äthiopien, Ghana, Gambia, Guinea, Kapverdischen Inseln, Mali, Niger, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Tschad, Togo.

Gesichert für das Vorkommen der parthenogenetischen Variante ist meines Wissens nur Ghana sowie die unmittelbaren Anrainerstaaten.

Verhalten:

Es handelt sich um einen recht ruhigen Skorpion, der dennoch sehr flink ist. Tagsüber verbirgt er sich unter vorgefundenen Verstecken wie Steine, kleine Höhlen, Holz und Borke – nahezu alles, was auf der Erde liegt. Die Tiere graben praktisch kaum; ausnahmsweise werden innerhalb der Verstecke kleine Mulden angelegt, sobald Nachwuchs unmittelbar bevorsteht oder wenn sich die Umweltbedingungen ändern (große Hitze etc.). Während der Skorpion gewöhnlich bei Dämmerung und Dunkelheit seine Behausung erkundet und aktiv wird, so ist er ganz besonders lebhaft und auch leicht reizbar kurz vor der Geburt seiner Jungen als auch während der Zeit, in der sich die Skorplinge noch auf seinem Rücken befinden. Darüber hinaus ist eine besondere Reizbarkeit und Flinkheit bei sehr hohen Temperaturen feststellbar.
http://www.zweipage.de/userdaten/16519152/bilder/3hottentotta-skorplinge27-11-07.jpg

Hottentotta hottentotta aus Akra/Ghana pflanzt sich parthenogenetisch fort, d.h., das Weibchen gebiert Junge ohne zuvor von einem männlichen Tier befruchtet worden zu sein. Bei optimaler Haltung kann der Skorpion etwa alle drei Monate einen Wurf Junge (meist um die 12-20 Tiere) zur Welt bringen. Die Anzahl der Jungtiere, die geworfen werden, reduziert sich jedoch von Geburt zu Geburt – wobei man im günstigsten Fall von insgesamt 3-4 Geburten im Leben eines Weibchens ausgehen kann.

Die Jungtiere verlassen den Körper der Mutter meist sechs bis zehn Tage nach der ersten Häutung, nicht selten geschieht es aber danach, das sie unter Duldung ihrer Erzeugerin deren Rücken hin und wieder erneut aufsuchen – da ist es von Vorteil, dass die Mutter niemals auch nur irgendwelche Anstalten macht, ihre eigenen Jungen sich selbst vom Rücken zu fressen.
http://www.zweipage.de/userdaten/16519152/bilder/0.0.x_h._hottentotta_juvenil.jpg
Auch für die Adulti lässt sich sagen, dass man sie problemlos gemeinschaftlich halten kann, sobald die letzte Häutung erfolgt ist. Jungtiere in allen Entwicklungsstadien sollte man dagegen separat aufziehen; hält man sie dennoch beisammen, wird man möglicherweise erleben, dass am Ende nur eines der Tiere, nämlich das stärkste, überlebt. Skorpling-Geschwister, die sich in der Häutung befinden, sind für die kleinen Schwestern ein wahrer Leckerbissen! Nur bei ausreichender Beckengröße und ständigem Futterangebot lassen sich auch Skorplinge zusammen halten.

Meiner Erfahrung nach sind diese Tiere sehr bedächtige Fresser, die es in erster Linie auf Grillen und Heimchen abgesehen haben. Findet sich in kritischen Phasen – wie z.B. kurz vor einer Häutung ein störendes Futtertier im Becken, wird es mitunter durch Giftstich getötet, ohne jedoch gefressen zu werden. Jungtiere ab der ersten Fresshaut ziehe ich sehr erfolgreich mit Ofenfischchen (Thermobia domestica) auf, was den großen Vorteil hat, dass diese Futtertiere die Skorpione kurz vor oder während der Häutung nicht anfressen.

Bei der Beutejagd wird meist vom Giftstachel Gebrauch gemacht. Der Stich von Hottentotta hottentotta ist überaus wirksam, und dürfte auch für den Menschen sehr ernste Folgen haben, die unbedingt einer klinischen Behandlung bedürfen, weshalb man auf jedwedes überflüssige handling mit den Tieren verzichten sollte. Sticht ein ausgewachsenes Tier eine ausgewachsene Maus, stirbt diese innerhalb von wenigen Minuten.

Fazit: Insgesamt sehr interessante, ausschließlich nachtaktive Tiere, die sich vor allem durch ihre Ruhe und Verträglichkeit auszeichnen. Durch die parthenogenetische Vermehrung, die im günstigsten Fall alle drei Monate stattfinden kann und bei der etwa zwölf bis zwanzig Jungtiere geboren werden, wird das Tier für jeden Züchter – auch den Anfänger – interessant. Wegen des hochwirksamen Giftes immer mit größter Vorsicht zu behandeln!

Haltung:

Die Aufzucht von Skorplingen erfolgt bei mir bis zur 4.- 5. Häutung in fest verschließbaren Urinbechern (Laborbedarf) mit gelochten Schraubdeckeln (Laborbedarf), die einen Bodendurchmesser von 45 mm und eine Höhe von 70 mm haben.

Das Substrat für Jungtiere und Adultis ist eine Mischung aus Lehm, Sand und Torf, die insgesamt möglichst trocken gehalten, jedoch an einer Stelle stets befeuchtet wird. Dieses Substrat kommt dem in den natürlichen Habitaten am nächsten. Eine zu hohe Befeuchtung des Substrats, die mal aus Versehen passieren kann, verkraften die Tiere bei guter Belüftung des Beckens ohne weiteres, dagegen endet eine länger andauernde absolute Trockenheit meist tödlich. Eine kleine Trinkgelegenheit z.B. in Form eines Kunststoff-Flaschenverschlusses sollte auf keinen Fall fehlen, die Tiere machen hiervon gerne Gebrauch..

Adulte Tiere (also nach der 6. bis 7. Häutung) werden bei mir in handelsüblichen Faunaboxen von der Größe 85 mm x 150 mm (für Einzeltiere) und 125 mm x 200 mm (für Einzelhaltung bis Gruppenhaltung von bis zu drei Tieren) gehalten. Die Substrathöhe ist von untergeordneter Bedeutung, sollte aber mindestens 4- 8 cm betragen, da sich die Tiere unter Ihren Verstecken hin und wieder kleinere Mulden graben. Es sind jedoch keine notorischen Gräber wie z.B. Androctonus- oder Parabuthus-Arten. Unterschlüpfe wie Borkenstücke oder Tonscherben sollten reichlich vorhanden sein, allerdings ist darauf zu achten, dass die Versteckmöglichkeiten im Behälter stets übersichtlich bleiben.

Die Haltungstemperatur sollte tagsüber ca. 28 – 32 Grad C, betragen, wobei auf ein leichtes Temperaturgefälle innerhalb des Beckens zu achten ist, damit das Tier sich denjenigen Temperaturbereich wählen kann, der ihm genehm ist. Nachts kann die Temperatur durchaus deutlich sinken, und zwar bis auf 14 – 18 Grad C. Eine weitergehende Reduzierung der Temperaturen in den Wintermonaten ist – entsprechend der Herkunft der Tiere – nicht angezeigt. Bei den angeführten Temperaturen und guter Fütterung während der Trächtigkeit habe ich regelmäßig alle 3 Monate reichlich Nachwuchs erhalten. Die genannten Temperaturen empfehlen sich ebenfalls für die Jungtiere in allen Entwicklungsstadien. Ich erziele die gebotene Wärme mittels eines einfachen Spot-Strahlers, der an eine Zeitschaltuhr gekoppelt ist (Nachtabsenkung von 22.00 Uhr bis 7.00 Uhr). Möglich ist aber auch ausnahmsweise eine Herbeiführung der notwendigen Temperaturen durch eine Heizmatte, die unter einem Teil des Beckens angebracht wird. In diesem Fall muss unbedingt in dem nicht durch die Matte beheizten Teil des Beckens für ausreichende Feuchtigkeit gesorgt werden.

Zum Nahrungsspektrum von Hottentotta hottentotta gehören in erster Linie Heimchen und Steppengrillen in der erforderlichen Größe; bis zur 4. Häutung fressen die Tiere auch gerne die oben genannten Ofenfischchen. Auch Motten, Fliegen und Schnaken werden gerne genommen, hartschalige Käfer wie Mehlkäfer und deren Larven (Wehrsekret?) werden dagegen meiner Erfahrung nach weitgehend verschmäht, ebenso wie Jung-Schaben der Art Blaptica dubia, die ebenfalls ein Wehrsekret absondern und sich zudem äußerst geschickt im Becken regungslos verstecken können. Die Schabenart Shelfordella tartara („Schokoschabe“) wird hingegen zuweilen angenommen.

Die erste Häutung der Jungtiere findet in der Regel noch am Tag der Geburt - ab und zu auch einen Tag später - auf dem Rücken der Mutter statt. Die nächsten Häutungen (etwa bis zur vierten) ereignen sich bei guter Haltung und Fütterung etwa alle zwei bis drei Wochen; lediglich die Abstände zwischen den letzten Häutungen werden länger und können schon mal bis zwei drei Monate dauern. Manche Tiere legen sogar eine Pause von bis zu einem halben Jahr ein, bis es zur letzten, der Reifehäutung kommt. Eine Häutung kündigt sich dadurch an, dass der Leib des Tieres wie aufgebläht wirkt; ist dieses Stadium erreicht, sollten alle eventuell noch im Becken befindlichen Futtertiere entfernt werden, da diese unzweifelhaft den sich häutenden und zu diesem Zeitpunkt völlig wehrlosen Skorpion anfressen würden. Bei optimaler Haltung und Gesundheit wird ein Tier im Alter von etwa einem Jahr erwachsen und damit geschlechtsreif. Solange die Skorpione noch nicht die Reifehäutung erreicht haben, können sie reichlich gefüttert werden (anfangs etwa alle zwei, später alle drei bis fünf Tage). Ist das Tier ausgewachsen, sollte man es sehr zurückhaltend füttern. Alle ein- bis zwei Wochen sind hier völlig ausreichend. Eine Überfütterung belastet den Stoffwechsel enorm und verkürzt in jeden Fall die Lebensdauer der Tiere beträchtlich. Sobald sich aber eine Schwangerschaft ankündigt, kann wieder öfter gefüttert werden (etwa alle vier Tage). Gut gepflegte Tiere erreichen im Terrarium ein Alter von etwa drei bis vier Jahren, in manchen Fällen werden sie sogar weitaus älter als ihre in Freiheit lebenden Artgenossen.


Diese Darstellung beruht auf einer mehrjährigen Zuchterfahrung, deren einziger Ursprung ein HOttentotta-Weibchen (WF) aus dem ghanesischen Nationalpark Akra (Goldküste) ist.

Beste Grüße,
Rebelroach

P.S.: Wenn jemand vorhabe sollte, den o.a. Text anderweitig zu verwenden: Besser vorher mich fragen!
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Poldi

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BeitragVerfasst am: 27.05.2008, 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

fast toller bericht, allerdings hab ich mich persönlich an zwei dingen gestört:

dass die Mutter niemals auch nur irgendwelche Anstalten macht, ihre eigenen Jungen sich selbst vom Rücken zu fressen. da kenn ich aber andere berichte!

und dein platzangebot für juvenile und adulte tiere! 125 mm x 200mm für bis zu drei tiere? und : einzelnd bei 85 mm x 150 mm , da kann sich ein tier ja grad mal drehen! klar du bisst züchter und da muss man platz sparen wo es geht! aber doch nicht auf kosten der tiere!

ansonsten danke fü deinen bericht! echt klasse geschrieben und seh informativ!
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Dome306

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BeitragVerfasst am: 02.08.2008, 22:33    Titel: Antworten mit Zitat

wow, echt super bericht Very Happy werde mir demnächst auch Hottentotta hottentotta zu legen, und dieser bericht dürfte mir dabei sehr helfen Very Happy wirklich sehr informativ
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Harashil

Skorpion-Experte


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BeitragVerfasst am: 15.09.2008, 17:27    Titel: Antworten mit Zitat

Salvete

Ergänzung:

Durchschnittlich 12-20 Junge ist ne mickrige Quote:
Meiner Erfahrung nach sind es eher 30-40 Jungtiere

Es sind durchaus mehr Geburten möglich als 4.

Auf dann
Mark
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